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Bericht aus der Gemeinde

Berichte

Abschied von Pfarrer Sven Kepper aus dem Gemeindepfarramt

 

 Liebe Gemeindeglieder!

Etwas über sechs Jahre bin ich nun schon in der Kirchengemeinde Ebsdorf tätig und es waren für mich erfüllte und schöne Jahre. Gerne wäre ich länger geblieben, da „erwischte” mich und Sie die Strukturanpassung der Landeskirche. Die dramatischen Ereignisse in den letzten beiden Jahren mit der zunächst geplanten und dann durchgeführten Aufhebung der Pfarrstelle Ebsdorf II ist vielen von Ihnen und auch mir sehr nahegegangen. Alle Proteste und alle Einsprüche, alles freundliche Werben und der Einsatz bei der Kirchenleitung um den Erhalt der Pfarrstelle führte nicht zum Erfolg und so hat die Landeskirche dann im Herbst vergangenen Jahres ihre Absichten in die Tat umgesetzt und die Pfarrstelle aufgehoben.

 Nach dem Wegfall der Pfarrstelle habe ich von der Landeskirche eine sogenannte Verfügungsstelle erhalten, die mir die Gelegenheit gegeben hat, noch einige Zeit weiter als Gemeindepfarrer bei Ihnen zu arbeiten, um mich dann nach einer geeigneten neuen Stelle umzuschauen. Diese neue Pfarrstelle habe ich nun gefunden: Ab 1. Januar 2020 werde ich das regionale Diakonische Werk Marburg- Biedenkopf mit Sitz in der Haspelstraße in Marburg und Niederlassungen in Stadtallendorf, Kirchhain, Biedenkopf und Gladenbach leiten und ich freue mich darauf! ! Für mich war das Freiwerden der Diakonie-Pfarrstelle im Landkreis Marburg-Biedenkopf ein unerwartetes Glück und eine wunderbare Fügung. Mit der Leitung der Telefonseelsorge Marburg habe ich ja bereits ein diakonisches Arbeitsfeld kennengelernt und Erfahrungen gesammelt in der Gewinnung, Betreuung und Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Deshalb habe ich mich auf diese freiwerdende Pfarrstelle beworben und bin von der Kirchenleitung nach erfolgreichem Auswahlverfahren in dieses Amt berufen worden.

Die neue Aufgabe in der Leitung des Diakonischen Werks wird mich noch einmal neu herausfordern und auch darauf freue ich mich! Ein Teil meiner Arbeit besteht darin, Hilfsangebote, die die Evangelische Kirche macht, in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und auch neue Formen von Hilfe zu konzipieren. Ich werde auch mit Vertretern der Politik und der Kostenträger wie dem Landeswohlfahrtsverband in Finanzgespräche eintreten und mit ihnen über Leistungsentgelte und den Umfang von Hilfeleistungen sprechen. Viele Menschen aus der Gemeinde, denen ich begegnet bin und die von meinem Vorhaben wissen, haben immer wieder gefragt: »Passt das denn zu Ihnen? Sie sind doch vom Typ her ein Gemeindepfarrer und gehen gerne auf die Menschen zu!« Ich finde mich in dieser Beschreibung wieder und habe mich immer als ein „Menschen-Mensch“ gesehen, der sehr am Schicksal und Ergehen der anderen interessiert ist. Ich habe aber auch die Begabung zur Strukturierung und die Fähigkeit zur Leitung, weshalb ich die Aufgabe als Leiter und Geschäftsführer des Diakonischen Werks auch als passend empfinde.

Die sechs Jahre Gemeindetätigkeit im Ebsdorfergrund, die für mich ja wie aus heiterem Himmel gekommen sind – im Gemeindebrief aus dem September 2013 habe ich davon berichtet – waren für mich bei aller Dramatik der letzten beiden Jahre eine gelungene und erfüllte Zeit, in der ich mit Ihrer Hilfe und Ihrem Zutun vieles hinzu gelernt habe. Sie alle / euch alle werde ich sehr vermissen! Für die freundliche Aufnahme, die Wertschätzung, die Unterstützung – vor allem in den letzten beiden Jahren – bin ich Ihnen und Euch sehr dankbar. Es sind viele gute Beziehungen entstanden und ich habe den Eindruck, dass wir auch was die Verbreitung und die Stärkung des Glaubens angeht miteinander ein Stück weiter gekommen sind. Auch dafür bin ich dankbar.

Die Versuchung liegt nahe, an dieser Stelle zu schreiben, dass ich ja „nicht aus der Welt“ bin und wir uns wieder sehen. Ich weiß allerdings, dass die Realität eine andere sein wird: Meine neue Aufgabe im Diakonischen Werk wird mich voll und ganz fordern und es gibt viele Dinge, die ich dort anpacken muss und die auf meine Bearbeitung und meine Tatkraft warten – es ist also so, dass wir uns – jedenfalls was meine Tätigkeit als Pfarrer angeht – hier in der Kirchengemeinde nicht mehr begegnen werden. Ich bin mir aber ganz sicher, dass ich den ein oder anderen von Ihnen und Euch in anderen Zusammenhängen wiedersehe: beim Einkaufen in Marburg, bei Gottesdiensten, die ich im Rahmen der Kirchenkreis- Diakonie halte, auf Kreissynoden oder (kirchlichen) Festen und sicher durch Zufall auch dann und wann in Marburg oder sonstwo! Im Neuen Testament gibt es die wunderbare Formel »verbunden in Christus«. Diese Verbundenheit in Christus habe ich versucht als Ihr Gemeindepfarrer zu predigen, zu leben und zu stärken. Diese Verbundenheit in Christus ist da zwischen Ihnen und mir, auch wenn ich jetzt gehe; und sie wird weiterbestehen, weil Glaube, Hoffnung und Liebe überdauern und ihnen kein Ende gesetzt ist.

 Ich bin mir sicher, dass mit meinen beiden Kollegen, die die Gemeindearbeit weiterführen: Pfarrer Dr. Eric Weidner und Pfarrerin Jennifer Lackmann zwei wache, liebevolle, aufmerksame Menschen der Gemeinde vorstehen zusammen mit dem neu zu wählenden Kirchenvorstand, die alles dafür tun, die Gemeinde weiter zu bauen und gut in die Zukunft zu führen.

Mein Abschied am Samstag, den 21. September 2019 ist mit Bedacht gewählt: Am darauffolgenden Tag findet die Kirchenvorstandswahl statt und sie signalisiert den Beginn der kommenden Amtsperiode, der ich als Pfarrer dann nicht mehr angehören werde. Zum anderen soll ich in den Monaten Oktober, November und Dezember an der Seite meines Vorgängers Pfarrer Ulrich Kling-Böhm hospitieren und das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf besser kennenlernen, damit der Übergang in der Geschäftsführung, der ab 1. Januar 2020 vollzogen wird, reibungslos klappt.

 So bleibt mir am Ende dieses Beitrags nur noch Ihnen und Euch Gottes Segen zu wünschen für die Zeit, die vor Ihnen liegt und Sie einzuladen im Namen des Kirchenvorstands zu meinem Verabschiedungsgottesdienst und der anschließenden Feier, die fröhlich und bunt und ausgelassen sein soll.

Herzlichst Ihr und Euer 

Sven Kepper


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