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Ebsdorf

Kirchen, Gebäude, Friedhöfe

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Rundgang durch die Ebsdorfer Kirche

Die Taufkirche in Ebsdorf wurde etwa im Jahre 950-1000 erbaut.

 Von dieser Zeit ist die Kreuzplatte erhalten, vielleicht ursprünglich ein Grabstein. Sie weist auf byzantinisch-orientalischen Einfluss hin und befindet sich in einer Nische rechts im Altarraum. 

 

Um 1200 wurde der romanische Teil – der Turmunterbau und das Schiff – mit Gewölbe erbaut. Die Eingänge außen weisen darauf hin, dass dieser Bau viel niedriger war.Der Mauervorsprung zwischen beiden Teilen an der Westseite lässt vermuten, dass in zwei Bauabschnitten gebaut wurde.

Als sichtbare Architekturteile sind von diesem romanischen Schiff zwei vermauerte Rundbogenportale erhalten.

 Etwa im Jahre 1250 erfolgte der Umbau zur Wehranlage.Den ursprünglich wohl durch einen Giebel abgeschlossenen Turm hat man durch eine Wehrplattform mit Zinneneinschnitten und teilweise erhaltenen Wasserspeiern erhöht.Die großen romanischen Schallöffnungen wurden vermauert, an der Ostseite aber später wieder freigelegt.

 Ende des 15.Jahrhunderts, 1490 vielleicht, wurde an das Kirchenschiff der gleich breite, jedoch bedeutend höhere gotische Chor angefügt.Die alte Glocke aus dem Jahr 1489, der Maria geweiht, weist auf die etwaige Jahreszahl hin und auf den Abschluss des Turms mit den vier „Wichhäuschen“.

Ursprünglich muss das Kirchenschiff ca. 1.50 m tiefer gelegen haben; man kann es an dem vermauerten romanischen Portal an der Südseite erkennen. Es wurde Mitte 18.Jh. aufgestockt und umgestaltet. Aus dieser Zeit stammen auch die Emporen. Die Malerei an den Säulen ist bei der Renovierung erneuert worden – stammt also aus der damaligen Zeit.

Der alte Opferstock am westlichen Ausgang war ursprünglich der Fuß der Kanzel und gleichzeitig Trennung zwischen ehemals altem und neuem Teil der Kirche.

 

Die Bemalung um die spätgotischen Maßwerkfenster, deren Verglasung in 1977 nur repariert und mit stärkeren Bleisprossen versehen wurden, und über den Pilasterstümpfen (Säulenenden) im Altarraum entstand im 15.Jhdt.:

Ø  Der 1. Engel am linken Fenster stellt Matthäus mit Schriftrolle dar. Er weist auf die Auferstehung hin – leider abgeschnitten in der Mitte der Fenster zu erahnen (s.u.).

Ø  Der 2. Engel stellt Markus von der Petrus-Erzählung dar.

Ø  Der 3. Engel wurde dem Lukas-Evangelium 1, 1-4 entnommen – er stellt Lukas dar.

Sie alle sind umgeben von Pflanzen und Schmetterlingen.

Darüber erscheint der untere Teil einer Darstellung des Pantokrators (des thronenden Christus), der obere Teil ist leider durch die Holzdecke verdeckt und durch einen Riss des Mauerwerks zerstört.

 Die Sakramentsnischen , die erst seit der Tieferlegung des Chors in 1977/78 ins Blickfeld rücken, haben folgende Bedeutung :Rechts wurde ein Gefäß zum Händewaschen für die Helfer beim Abendmahl aufgestellt; links war die Monstranz zum Aufbewahren des Brotes.

 

Im 30-jährigen Krieg muss das Gotteshaus Zerstörung und Renovierung erfahren haben; darauf weist ein Spruch hinter dem Altar an der Wand hin: „Christe tuum verbum tua Gloria; Christe Recreator comulit ad aedes sic renovare potueras“ unterschrieben mit „Johannes Fabrius h.f. pastor“ – mit der Bedeutung:

„Christus durch dein Wort und deinen Ruhm hast du es, Christus du Auferstandener, vermocht anzutreiben das Gotteshaus zu erneuern.“

1743-1745 wurde nach dem Plan des Maurermeisters Christian Schön eine Vergrößerung zur barocken Saalkirche durchgeführt.Das Gewölbe (Westgiebel, Chorbogen und die beiden Kreuzgewölbe im Schiff) wurde abgerissen; der Schutt in den Altarraum gelagert und so eine Höherlegung des Altarraums erbracht.Neue Fenster und Emporen wurden eingebaut; die Wände zur Chorhöhe aufgestockt.Darüber setzte man ein Tonnengewölbe aus Holz mit aufgemaltem Sternen- und Wolkenhimmel (ähnlich wie im Nachbarort Hachborn schon 1669).

Auf der westlichen Seite steht die große Orgel aus den Jahren 1785-1788 von Philipp Christoph und Georg Friedrich Küster aus Marburg.

 

Rund ein Jahrhundert früher fertigte ein Ebsdorfer Schreiner den Schalldeckel der Kanzel.

Ebenfalls in der zweiten Hälfte des 17.Jhdts. entstand der Korpus auf dem Altarkruzifix.Der Kanzelkorb ist neugotisch.

Ca. 1920 wurde die Sakristei unter Verwendung des gotischen ehemaligen Südportals angebaut; ebenfalls ein Gipsgewölbe im Chor.

Bei der Restaurierung in 1977/78 wurde im 1. Bauabschnitt eine neue Heizung (Ölheizung mit Heißluft) installiert.Im 2. Bauabschnitt wurde das gotische Gipsgewölbe entfernt, das mit der Kanzel, den Emporen und den Fensterlaibungen Überschneidungen ergab.Die darüber liegende intakte Barockholzdecke mit der ebenfalls intakten ursprünglichen Malerei freigelegt.Eine Chorstufe wurde entfernt, um die Hallenform, wie sie im 18.Jahrhundert geschaffen worden war, wiederherzustellen.Durch die Tieferlegung des Chorfußbodens rückten die Sakramentsnischen ins Blickfeld.

Die späteren Geländer der Emporentreppen wurden ersetzt mit ausgesägten Brettern, sog. Traillen, wie sie im Turm vorhanden waren.

Im Chor fand der romanische Taufstein Aufstellung; dieses grob gearbeitete Becken von 1.15 m Durchmesser befand sich auf dem ehemaligen Wehrkirchhof östlich der Kirche und erhielt ein Abdeckgitter mit Taufschale. Um diesem Taufstein die entsprechende Umgebung zu geben, wurde der Chorraum mit den sehr alten Steinen des alten Fußbodens belegt.Im Schiff verwendete man neue Sandsteinplatten.

Die Fenster im Schiff sind mit Antikglas in Sechseckverglasung erneuert, wie es im Barock üblich war.An dem Holzwerk der Emporen wurden spätere Übermalungen entfernt, sie zeigen jetzt die ursprüngliche Bemalung in einer Art Holzmaserung in verschiedenen braunen Tönen, wie sie ursprünglich waren. Ebenso wurden die Holzsäulen freigelegt.

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